Freitagspredigt

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Arbeits- und Handelsethik des Muslims
(22.11.2019)

 

Meine Geschwister!‎

Im rezitierten Vers sagt der erhabene Allah: ‎‎“Gläubige! Verleibt nicht unrechtmäßig ‎gegenseitig euren Besitz ein, außer im Handel ‎nach gegenseitiger Übereinkunft; und bringt ‎euch nicht in vernichtende Gefahr (durch ‎Mißachtung der Rechtsbestimmungen ‎Gottes), da Gott euch gegenüber voller ‎Barmherzigkeit ist.”1‎

Werte Gläubige!‎

Der Handel ist ein unverzichtbarer Bestandteil ‎unseres Lebens. Die meisten unserer Bedarfe ‎decken wir durch Handel. Anders als die übrigen ‎Geschöpfe werden die Handlungen des ‎Menschen durch ethische Regeln reguliert. Der ‎wichtigste Maßstab der Arbeits- und ‎Handelsethik sind Aufrichtigkeit und der ‎erlaubte Verdienst. Gesellschaften, die dieses ‎Bewusstsein nicht haben, können niemals eine ‎Gesellschaft des Wohls und eine Gesellschaft ‎des Vertrauen sein. ‎

Aus diesem Grund sollte ein Muslim im Handel immer ‎freimütig und transparent vorgehen; ‎er sollte sich von Täuschung und Betrug ‎fernhalten. Als unser Prophet (s) eines Tages ‎durch den Basar von Medina herumging, kam ‎er bei einem Getreidehändler vorbei. Als er mit ‎seiner Hand in den trocken aussehenden ‎Weizenhaufen griff, fühlte er die Feuchtigkeit ‎im unteren Teil. Daraufhin fragte er den ‎Verkäufer nach dem Grund davon. Der ‎Verkäufer entgegnete, dass der Regen der ‎Grund dafür sei. Daraufhin sagte unser geliebter ‎Prophet: “Hättest Du dann nicht den unteren ‎Teil nach oben legen müssen damit die ‎Menschen dieses sehen?” Und er ermahnte die ‎Gläubigen aller Zeiten wie folgt: “Wer uns ‎betrügt, ist nicht von uns!”2‎

Einmal brachte er diese Realität wie folgt zum ‎Ausdruck: “Es ist für einen Muslim nicht erlaubt ‎‎(Halal), eine mängelbehafte Ware zu verkaufen ‎ohne deren Mangel offenzulegen.”3‎

Verehrte Muslime!‎

Unsere erhabene Religion, der Islam, wertet es ‎als heilig, sich auf erlaubtem (Halal) und legalem ‎Wege seiner Arbeit nachzugehen. Ebenso ist es ‎auch, sich mit dem Handel zu beschäftigen. ‎Schließlich kann man dadurch leben ohne auf ‎andere angewiesen zu sein. Jedoch lehnt der ‎Islam das Verständnis “Der Zweck (Verdienst) ‎heiligt die Mittel”, ab. Hierzu werden die ‎Gläubigen im Korankapitel al-Mutaffifin wie ‎folgt gewarnt: “Wehe denen, die das Maß ‎verkürzen, die, wenn sie sich von den Leuten ‎zumessen lassen, volles Maß verlangen, wenn ‎sie ihnen jedoch zumessen oder wiegen, ‎weniger geben. Glauben jene etwa nicht ‎erweckt zu werden an einem gewaltigen Tag.”4

Meine verehrten Geschwister!‎

Wir stellen heutzutage leider fest, dass die ‎Sensibilität zu Halal-Haram entgegen der ‎Leidenschaft zu verdienen, abnimmt. Leider ‎stellen wir fest, dass Werte wie Aufrichtigkeit, ‎Treue, Solidarität und Worttreue ihre ‎Bedeutung rapide verlieren. Jedoch sind diese ‎Werte erforderliche Tugenden um ein guter ‎Diener Allahs zu sein. Jeder Gläubige, der das ‎Bewusstsein hat, am jüngsten Tag Rechenschaft ‎abzulegen, sollte folgenden Vers jederzeit in ‎Erinnerung halten: “Männer, die weder Ware ‎noch Handel von dem Gedanken an Allah und ‎der ‎Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der ‎Zakat abhält, aus Furcht voreinem Tag, an dem ‎sich die Herzen und die Blicke verdrehen.”5‎

Lassen sie uns folglich alle gemeinsam unser ‎Leben und unsere Handlungen überprüfen. ‎Lassen sie unsere Wege zu unserem erlaubten ‎‎(Halal) Verdienst auf Aufrichtigkeit und ‎Ehrlichkeit errichten. Wir dürfen nicht ‎vergessen, dass uns alle dargebotenen Opfer ‎auf diesem Weg das Wohlwollen Allahs ernten ‎lassen werden.‎

Möge unser Verdienst erlaubt (Halal) und ‎gesegnet sein. Mögen unsere Herzen und ‎unsere Häuser mit Glückseligkeit erfüllt werden. ‎Ich wünsche uns allen einen gesegneten Freitag.‎

 

Die DITIB-Predigtkommission

 

1 Koran, an-Nisa, 4/29.‎                                                                                    
2 al-Muslim, Iman 164, Fitan 16.‎                                                                     
3 Ibn Madscha, Tidscharat, 45.‎
4 Koran, al-Mutaffifin 83/1-5.‎                                                              
5 Koran, an-Nur 24/37.‎

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2019-11-22    


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