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2024-03-08 | Botschaft

Botschaft zum Ramadan

Wir freuen uns und sind aufgeregt, dass sich der Ramadan nähert. Mit dem ersten Fastentag am Montag, 11. März, wird der Ramadan beginnen.

Der Monat Ramadan ist eine Saison der Barmherzigkeit, der unseren Willen erzieht, unsere individuelle sowie gesellschaftliche Sensibilität stärkt und unser Leben mit den bei sich gebrachten Lehren verschönert. Der Ramadan ist immer willkommen. Wir hoffen vom erhabenen Allah, dass der Ramadan uns bei Ankunft auch wohlauf auffindet, unser Leben verschönert und zufrieden mit uns sich wieder von uns verabschiedet.

Der Ramadan ist eine Schule

Der Ramadan ist eine Barmherzigkeit: In der Gedankenwelt jeder kleinen oder großen, jungen oder alten, weiblichen oder männlichen, wohlhabenden oder bedürftigen Person gibt es eine schöne Erinnerung zum Ramadan. Der Ramadan ist wie der Regen: Für die verdorrten Herzen ist der Ramadan lebensspendendes Wasser. Der Ramadan ist wie die Sonne: Die erfrorenen Herzen werden mit ihrer Wärme erfüllt. Der Ramadan ist wie der Wind: Aus der Ferne trägt uns der Ramadan den Geruch des Paradieses zu. Der Ramadan ist wie eine Brü>Ramadan: Ein Monat des Säens

Der Monat Ramadan ist wie ein Monat des Segens, worin wir das Saatgut von reichlichen Schönheiten in unsere innere Herzenswelt einsäen. Das erste Saatgut, das wir gemeinsam einsäen werden, ist das Saatgut der Einheit, Eintracht und Geschwisterlichkeit. Noch bevor wir mit dem Fasten beginnen, kommen wir zum nächtlichen Tarawih-Gebet zusammen und reihen uns Schulter an Schulter nebeneinander an. Gemeinsam stehen wir im Gebet, verbeugen uns, werfen uns nieder und öffnen die Hände zum Bittgebet. Nach dem ersten Tarawih-Gebet kommt das erste Frühstück zur Morgendämmerung (Sahur), dann das erste Fasten, dann die erste gemeinschaftliche Koranlesung (Muqabala) und schon finden wir uns am Tisch beim ersten Fastenbrechen (Iftar). Jedes Einzelne dieser begrüßen wir nacheinander mit einem „willkommen“ und dreißig Tage lang knüpfen wir uns den Ramadan wie bei einem Maschennetz in unser Leben ein.

Wir halten das Fasten fest ein und das Fasten hält uns fest

Wir versuchen das Fasten nicht nur mit unserem Magen einzuhalten, sondern auch mit unseren Händen, Füßen, Augen und Ohren. Wir versuchen, unsere Zunge fernzuhalten von Lüge, Lästerei und Verleumdung; unser Auge fernzuhalten von dem Blick auf Verbotenes; unsere Hände fernzuhalten vom Greifen nach Verbotenem; unsere Füße fernzuhalten und zu beschützen, auf falsche Wege abzudriften. In diesem gesegneten Monat, worin mit der Hinabsendung des Korans begonnen wurde, bezwecken wir den Koran auf unser Leben zu hinabzusenden. Sowohl mit individuellem Studium als auch durch Teilnahme an gemeinschaftlich durchgeführten Lesungen (Muqabala) stellen wir die Kommunikation mit unserem Schöpfer her. In diesem Monat, worin wir womöglich am meisten auf die Uhr blicken, werden wir uns dem Wert der Zeit bewusst. Auch wenn wir hungrig oder durstig sind, vergessen wir nicht unser Versprechen an unseren Schöpfer und halten die Erfordernis unserer Hingabe an den erhabenen Allah als Schöpfer und Herr des Brotes und des Wassers ein.

Gegen Abend beginnt in den Häusern eine fieberhafte Betriebsamkeit. Während wir uns alle an einem Tisch und um die in einem Topf zubereiteten Speisen herum versammeln und unser Fasten nach dem Ausrufen des Gebetsrufes des „Einen“ brechen, stärken wir unsere Einheit und Eintracht. Mit der herzlichen Zufriedenheit, die Gebote und Verbote Allahs einzuhalten, brechen wir unser Fasten. Unsere Tage lassen wir mit dem Fasten und unsere Nächte mit den Tarawih-Gebeten erblühen.

Der Ramadan ist eine Schule

Der Ramadan lehrt uns, die Situation anderer zu verstehen und Empathie zu üben. Für unzählige Mütter und Väter ist der Ramadan ein Monat, worauf sie sehnlichst warten und auf Tage hoffen, dass ihre Kinder satt einschlafen können. Der Ramadan lehrt uns, das Teilen.  Mit Sadaqatu´l-Fitr ist der Ramadan Anlass, Speisetische für Bedürftige aufzubauen; mit Zakat ist der Ramadan Anlass, unseren Besitz zu reinigen und mit den Spenden (Sadaqa) unsere Loyalität zu steigern. Der Monat Ramadan ist ein prächtiger segensreicher Monat, worin sowohl die gebende als auch die nehmende Hand Wohl und Gutes erleben.

Es gibt eine schöne Feststellung zur Widerspiegelung der Gottesdienste auf unser tägliches Leben, nämlich: „Das Gebet beginnt, wenn man die Moschee verlässt; Der Hadsch beginnt, wenn man aus Mekka zurückkehrt; Der Ramadan beginnt, wenn das Festen endet.“ So ist es, dass uns das Gebet zu einer noch verantwortlicheren, noch sensibleren und noch gewissenhafteren Person machen sollte, wenn wir die Moschee verlassen. Das Fasten sollte uns daher auch nach dem Ramadan festhalten. So wie uns immer der Ramadan willkommen ist, sollte uns der Ramadan auch bei Ankunft stets gut wiederfinden, uns zu einem guten Menschen machen und zufrieden mit uns sich wieder von uns verabschieden.

DITIB ist 40 Jahre!

Dieses Jahr ist das vierzigste Jahr der Gründung von der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) e. V. Lob und Preis sei dem erhabenen Allah, dass unsere Organisation seit vierzig Jahren ihre Tätigkeiten auf diesem Boden fortführt. Sei es bei Bedarf mit ihren Früchten oder bei Bedarf mit ihrem gespendeten Schatten, steht DITIB aufrecht wie ein tief verwurzelter Baum und bietet der Menschheit ihre Dienste an. Möge unser erhabener Schöpfer Wohlgefallen an denjenigen haben, die vor vierzig Jahren mit ihrer Aufrichtigkeit und Innigkeit dieses Saatgut eingesät, den keimenden Sprößling mit dem Schweiß ihres Angesichts begossen, sowie sie mit Liebe und Opferbereitschaft aufblühen lassen haben.

Aus diesem Anlass bitte ich den erhabenen Allah, dass der segensreiche Monat Ramadan allen voran für die islamische Welt und die gesamte Menschheit Frieden, Zufriedenheit und Wohlergehen bringen möge.


Dr. Muharrem Kuzey
Bundesvorsitzender